Montag, 2. Februar 2026

Größer geträumt, hart gelandet – und trotzdem nicht am Ende unserer Reise

Lange war es still. Zu still.

Viele von uns haben auf ein klares Wort aus der Vereinsführung gewartet – auf Einordnung, auf Ehrlichkeit, auf ein Signal. Am vergangenen Donnerstag war es dann so weit: Maik Walsdorf und Jens Baxmann zogen ihr Fazit zur bisherigen DEL-Saison. Ein wichtiger Schritt. Ein notwendiger Schritt. Und ja: ein längst überfälliger.

Auch wenn der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, müssen wir uns nichts vormachen. Der Drops ist gelutscht. Der Blick geht zurück in Richtung DEL2. Und das tut weh – vor allem, weil wir alle so sehr gehofft haben, dass dieses Abenteuer länger dauert.

Die Gründe für das sportliche Scheitern sind vielschichtig. Bereits im Sommer warnten Experten davor, dass unsere Mannschaft zu alt und zu langsam für diese Liga sei. Eine unbequeme Wahrheit, die sich bitter bestätigt hat. Lange dauerte es, bis unsere Cracks das Tempo der DEL überhaupt mitgehen konnten. Zu lange. Der Trainerwechsel im November brachte keinen Turnaround – und ehrlich gesagt: Viel mehr war unter diesen Umständen auch kaum möglich. Fehler bei der Vergabe der Spielerlizenzen schnürten dem neuen Coach von Beginn an die Hände ab. Er musste mit dem arbeiten, was da war. Mehr nicht.

Die Trennung von Niklas Sundblad kam möglicherweise zu spät, doch selbst ein früherer Schnitt hätte das grundlegende Problem kaum gelöst. Was allerdings bleibt, ist eine Frage, die viele von uns umtreibt: Wie konnte man vor der Saison ernsthaft von Playoffs sprechen? Das einzig realistische Ziel hätte lauten müssen, mit aller Macht Platz 13 zu erreichen. War es Augenwischerei? Überschätzung? Wir werden es wohl nie erfahren. Ändern lässt es sich ohnehin nicht mehr.

Für die letzten acht Spiele bleibt ein bescheidener, aber ehrlicher Wunsch: noch ein Heimsieg. Ein letzter Moment zum Jubeln. Ein würdevoller Abschied aus der Beletage des deutschen Eishockeys.

Denn ja – die DEL ist anders. Größere Hallen, größere Namen, größere Fanszenen. Und trotzdem: Abseits des Eises haben die Dresdner Eislöwen Eindruck hinterlassen. Wir haben neue Gesichter kennengelernt, Gespräche geführt – zuhause wie auswärts. Und immer wieder kam dasselbe Urteil von gegnerischen Fans: Ihr seid eine Bereicherung für diese Liga. Bleibt drin.
Tja. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Sportlich sind wir den Beweis schuldig geblieben. Aber dieses Jahr war nicht umsonst. Es war lehrreich. Brutal ehrlich. Und vielleicht genau das, was dieser Standort gebraucht hat. Die Vision ist klar: Die Eislöwen wollen sich langfristig in der DEL etablieren. Und dieser Vision folgen wir gern. Denn wer aufhört, groß zu denken, hat im Sport schon verloren.

Wir nehmen die Eindrücke mit zurück in die DEL2. In ein bekanntes Umfeld. Mit der Chance, weiter zu wachsen. Finanziell steht der Standort stabil da, und mit Jens Baxmann haben wir den richtigen Mann an entscheidender Stelle. Die Vertragsverlängerung mit Janick Schwendener ist mehr als nur ein Personalien-Häkchen – sie ist ein Signal. Aufbruch. Neuanfang.

Demut wird unser Begleiter sein in der kommenden Saison. Wir wissen: Die DEL2 ist kein Selbstläufer. Aber sie bietet ehrliches Eishockey, Leidenschaft, Kampf – und es ist keine Schande, Teil dieser Liga zu sein. Doch genauso klar muss sein: Unser Blick geht nach vorn. Und nach oben.

Wir gehören in die DEL. Den Beweis sind wir schuldig geblieben. Also treten wir erneut an. Gemeinsam. Lasst uns positiv nach vorn schauen und unsere Reise fortsetzen – jene Reise, die im März 2024 in den Playdowns von Selb begonnen hat.

Denn eines ist sicher: Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben. 

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