Sonntag, 4. Januar 2026

Eislöwen erleben bitteren Abend gegen die Haie

Manchmal fühlt sich Eishockey einfach brutal ehrlich an. Erstes Heimspiel des neuen Jahres, volle Hoffnung, klamme Finger vor der Halle, der Geruch von Bratwurst und Vorfreude in der Luft – und dann dieser Nachmittag. Gegen die Kölner Haie wollten wir ein Zeichen setzen, wollten zeigen, dass Dresden auch 2026 bereit ist, große Namen zu ärgern. Am Ende standen wir fassungslos auf unseren Plätzen und mussten zusehen, wie uns der Tabellenführer schonungslos den Spiegel vorhielt.

Schon die ersten Minuten machten Mut. Wir hatten die erste Chance, die Halle war da, die Trommeln laut, die Kehlen heiß. Doch dann kam der erste Nackenschlag: Strafe gegen Tomas Andres, Powerplay Köln – und plötzlich lag der Puck hinter Olkinuora. Oliwer Kaski traf, und irgendwie fühlte man sofort, wie die Sicherheit aus unseren Reihen wich.

Als Dominik Bokk nur wenig später auf 0:2 stellte, wurde es stiller in der Joynext Arena. Hoffnung flackerte noch einmal auf, als Trevor Parkes frei vor Brückmann auftauchte – doch selbst dieser Moment verpuffte. Statt Anschluss: nächstes Powerplay für Köln, nächstes Tor durch Maximilian Kammerer. Und als die Haie kurz vor der Pause sogar in Unterzahl trafen, war klar: Das hier wird ein langer, schmerzhafter Abend.

Mit 0:4 ging es in die Kabine – und wir Fans schauten uns an, ratlos, sprachlos, ernüchtert.

Der Wechsel im Tor sollte neuen Schwung bringen: Paul Stocker, krankheitsbedingt ins Line-up gerutscht, feierte sein DEL-Debüt. Und auch wenn man ihm jeden gehaltenen Puck gönnte – die Haie kannten kein Erbarmen. Selbst in Unterzahl konterten sie uns aus, Ryan MacInnis erhöhte auf 0:5.

Der Treffer von Drew LeBlanc war wie ein kleiner Sonnenstrahl in einem grauen Abend. Wir jubelten, wir klatschten, wir wollten glauben. Doch Köln antwortete eiskalt. Bokk stellte den alten Abstand wieder her, und spätestens beim 1:6 war allen klar: Heute geht es nur noch ums Durchhalten.

Stocker hielt, was zu halten war, kämpfte, warf sich in jeden Schuss – doch die Haie trafen weiter. Patrick Russell nach Videobeweis, Tanner Kero wenig später: 1:8. Und wir standen da, mit unseren Schals, unseren Liedern, unserem Stolz – und fühlten uns klein.

Keine Aufholjagd. Kein Wunder. Nur diese bittere Erkenntnis: Der Tabellenführer war an diesem Abend eine Nummer zu groß.

Das tat weh. Richtig weh. Nicht wegen der Niederlage allein, sondern weil wir gespürt haben, wie weit der Weg noch ist. Und trotzdem: Wir bleiben. Wir stehen wieder auf. Wir kommen wieder.

Denn Eislöwen-Fan sein heißt nicht nur feiern – es heißt auch, solche Nachmittage auszuhalten.

Immer weiter, Dresden. Auch nach 1:8. 

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