Samstag, 24. Januar 2026

Ein Drittel Hoffnung, ansonsten Ernüchterung – der nächste bittere Freitagabend

Eigentlich wollen wir diese Zeilen schon gar nicht mehr schreiben. Alles in uns sträubt sich dagegen. Und doch fühlen wir uns verpflichtet – nicht aus Lust, sondern aus Liebe. Aus Liebe zu diesem Club, zu diesen Farben, zu den Dresdner Eislöwen.

Es war einmal mehr ein typischer Freitagabend in dieser Spielzeit. Ein Abend, der sich vertraut falsch anfühlte. Unsere Eislöwen spielten ein Drittel lang ordentliches Eishockey. Struktur, Tempo, Zug zum Tor. Wir waren da, wir waren drin, wir waren laut. Doch wie so oft kam danach der Bruch – und plötzlich war alles weg.

Ja, es gab fragwürdige Entscheidungen der Referees. Ja, darüber könnte man reden. Aber wir lassen es. Denn so ehrlich müssen wir sein: Die Leistung unserer eigenen Mannschaft war an diesem Abend einfach nicht gut genug. Punkt.

Dabei sprechen die nackten Zahlen eine andere Sprache. Deutlich mehr Torschüsse, mehr Scheibenbesitz, mehr Spielanteile. Doch all das prallte immer wieder am Iserlohner Goalie ab, der uns mit jeder Parade mehr den Stecker zog. Die ersten 20 Minuten machten Hoffnung – blieben aber ohne Ertrag. Und Hoffnung ohne Tore ist in dieser Phase der Saison ein gefährliches Gut.

Als Rourke Chartier dann zu Beginn des Mittelabschnitts endlich das 1:0 erzielte, dachten wir: Jetzt. Jetzt vielleicht. Jetzt könnte sich das Blatt wenden. Stattdessen wendete sich das Spiel – gegen uns.
Wir ließen die Roosters, bis dahin völlig limitiert, zurück ins Spiel kommen. Ein abgefälschtes Tor. Ein Treffer aus spitzestem Winkel. Und beim dritten Gegentor? Da sah einfach nichts mehr gut aus. Auf dem Eis nicht. Und auf den Rängen schon gar nicht.

Drittelpause. Ratlosigkeit. Diese eine Frage, die immer öfter auftaucht: Was ist hier gerade passiert?

Das letzte Drittel? Ein Aufbäumen – ja. Ein echtes Comeback – nein. „Stets bemüht“ ist an diesem Abend leider das höchste Prädikat, das wir vergeben können. Es fehlt die letzte Konsequenz, die letzte Überzeugung, der letzte Funke. Und so endet dieser Abend, wie er sich über weite Strecken angefühlt hat: mit einer weiteren Niederlage. 1:4.

Uns gehen die Worte aus. Und ehrlich gesagt: der Glaube fällt schwerer von Spiel zu Spiel. Vielleicht bleibt nur noch das Festhalten an Zahlen. An einem Countdown.

Nur noch zehn Spiele.

Zehn Spiele, um zu zeigen, dass diese Mannschaft mehr ist als das, was wir an diesem Freitagabend gesehen haben. Wir werden da sein. Wie immer. Aber langsam wünschen wir uns, dass es sich wieder lohnt, diese Zeilen zu schreiben.

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