Sonntag, 1. März 2026

Auswärtssieg für Herz und Farben

Der Tag begann mit einem schalen Beigeschmack. Unter der Woche wurde der Abschied von C.J. Suess offiziell – mit der Begründung, er wolle zurück zu seiner Familie in die USA. Nur wenige Tage später läuft er nun für die Krefeld Pinguine auf. Keine spektakuläre Meldung – und doch eine, die hängen bleibt. Es hat ein Geschmäckle. Aber am Ende gilt: Auch er ist nur ein Mensch. Wir sparen uns das Nachtreten. Es spricht für sich – und wir richten den Blick nach vorn. Denn brechen lässt uns das schon lange nicht mehr.

Am frühen Nachmittag stand das Gastspiel bei den Schwenninger Wild Wings an. Während die Hausherren noch jeden Punkt im Rennen um die Pre-Playoffs brauchen, ist unsere Mission klar definiert. Und eines war ebenfalls klar: Der Gästeblock war stark gefüllt. Unsere Farben, unsere Stimmen – mitten im Schwarzwald.

Die Partie begann direkt mit einem Powerplay für unsere Cracks. Noch ohne Ertrag – aber mit dem Signal, dass wir hier nicht nur verwalten wollten. Es entwickelte sich ein offenes Spiel mit Tempo auf beiden Seiten. Nach überstandener Unterzahl schlugen die Eislöwen eiskalt zu: In der 10. Minute blieb Lance Bouma vor dem gegnerischen Gehäuse hartnäckig, setzte nach – und stocherte die Scheibe über die Linie. 1:0 für uns.

Im zweiten Abschnitt drückte Schwenningen auf den Ausgleich. Doch unsere Jungs blieben stabil, diszipliniert – und nutzten ihre Chancen. In der 29. Minute war es Tomas Andres, der mit dem 2:0 den nächsten Nadelstich setzte. Besonders stark: die doppelte Unterzahl kurz vor der zweiten Pause. Mit Herz, Kampf und einem starken Goalie überstanden wir auch diese brenzlige Phase. Die Führung hielt. Bis zur 48. Minute.

Dann bekam Schwenningen zu viel Raum – und Alexander Karachun verkürzte auf 1:2. Erinnerungen an Freitag wurden wach. Drohte uns erneut ein Spiel zu kippen? Fast. Die Wild Wings witterten Morgenluft, warfen alles nach vorn, die Halle lebte noch einmal auf.

Doch diesmal blieben wir standhaft. In doppelter Überzahl stellte Dane Fox den alten Abstand wieder her. 3:1, noch acht Minuten auf der Uhr. Das war ein Statement. Auch wenn Jordan Szwarz in der 55. Minute noch einmal auf 2:3 verkürzte – wirklich ins Wanken gerieten wir nicht. Im Gegenteil: Unsere Mannschaft setzte selbst Akzente. Ein Schuss von Simon Karlsson, entscheidend abgefälscht von Sebastian Gorcik, bedeutete das 4:2 – zwei Minuten vor Schluss die Vorentscheidung.

Und dann dieser Moment: Schwenningen zog den Goalie, wir blieben gierig. Oliver Granz machte mit dem 5:2 alles klar.

Der Gästeblock sang, klatschte, feierte. Und als ein strahlender Oliver Granz nach der Schlusssirene zu unserem „Schwendi“ fuhr, war klar: Dieses Spiel ändert nichts mehr am Saisonausgang. Aber es bedeutet dennoch so viel.

Für das Gefühl.
Für uns.
Für unsere Farben.

Solche Auswärtssiege sind es, die bleiben. Nicht wegen der Tabelle – sondern wegen der Bilder im Kopf. Wegen des Zusammenhalts. Wegen dieses einen Moments, in dem du weißt, warum du Woche für Woche dabei bist.

Und genau deshalb fahren wir wieder los.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen