Samstag, 28. Februar 2026

Zwischen Ekstase und Endgültigkeit – Ein Abend, der alles zeigte, was wir sind

Zurück am Schreibtisch nach einem dieser Abende, die noch lange nachhallen. Während die Gedanken sortiert werden, ploppt parallel die nächste Nachricht auf: Drew LeBlanc wohl nach Krefeld. Wie ordnen wir das ein? Ganz ehrlich? Im Moment gar nicht. Dafür sitzt der Schmerz zu tief.

>> Bildergalerie vom Spiel folgt!

Sportlich sind wir abgestiegen. Fakt. Und trotzdem geht es in diesen letzten Spielen um mehr als nur Punkte. Es geht um Würde. Um Haltung. Um einen anständigen Abschied aus dieser Liga. Und genau deshalb war dieses Spiel wichtig.

Während wir „nur“ noch um die Ehre kämpfen, ging es für Nürnberg um alles – Platz zehn, Playoff-Hoffnung, Zukunft. Entsprechend motiviert und begleitet von einer starken Gästekulisse traten die Franken auf. Früh die doppelte Überzahl, frühe Führung – 0:1 nach dem ersten Drittel. Ein Spiel, das in eine Richtung zu kippen drohte.

Doch unsere Cracks hielten dagegen. Mit Herz. Mit Einsatz. Mit dem Willen, sich nicht einfach ergeben zu wollen.

Der zweite Abschnitt war Kampf pur. Kratzen, beißen, arbeiten. Und endlich fiel es – das überfällige 1:1. Eigentlich hätte es schon zweimal zählen müssen, aber gut… über die Schiedsrichter verlieren wir heute nicht viele Worte. Nur so viel: In der DEL2 wird es auch nicht zwingend ruhiger.

Es war ein besonderer Abend. 25 Jahre Betriebsgesellschaft ESCD Dresden. Ein Vierteljahrhundert Eishockey mit allen Höhen und Tiefen. Und obwohl sportlich längst alles entschieden war, meldete sich diese Mannschaft im Schlussdrittel eindrucksvoll zurück.

Zwei Tore. 3:1-Führung. Ekstase auf den Rängen. Gänsehaut. Für einen Moment fühlte es sich an wie früher. Wie diese magischen Abende, an denen alles möglich scheint.

Doch diese Saison hat uns gelehrt, vorsichtig zu sein. Sie hat uns geprüft, gefordert, leiden lassen. Und so brauchten die Gäste nur sieben Minuten, um aus einem 1:3 ein 4:3 zu machen. Spiel gedreht. Wieder einmal.

Was sollen wir dazu noch sagen?

Eine weitere Niederlage in der Statistik. Aber emotional war es so viel mehr. Es war ein Abend, der alles in sich trug: Hoffnung, Stolz, Wut, Leidenschaft – und am Ende diesen vertrauten Stich ins Herz.

Und trotzdem: Die Stimmung war grandios. Laut. Leidenschaftlich. Echt. Dresden lebt Eishockey. Das hat dieser Abend wieder bewiesen. Wir haben uns sportlich in die 1. Liga gekämpft – etwas, das nicht selbstverständlich ist. Wir haben dort nicht bestehen können. Das ist bitter. Aber andere werden niemals dort spielen.

Deshalb ist uns jede Häme egal.

Wir feiern unseren Club. Unsere Farben. Unseren Standort.
Blau-weiß für immer.

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