Wieder 60 Minuten, wieder kein Tor, wieder Frust pur. So langsam fühlt sich jeder Spieltag an wie ein schlechter Déjà-vu-Marathon. Es ist hart, es ist bitter – aber wir müssen es aussprechen: An der Realität, dass dieses Team aktuell nicht DEL-tauglich wirkt, führt kein Weg vorbei.
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Zum Saisonstart hatten wir gehofft, die Lernkurve zeigt nach oben. Jetzt, Wochen später, wirkt fast alles beim Alten. Der erwartete Impuls durch den neuen Center? Bislang ausgeblieben. Ist der Druck einfach zu groß? Passt er ins System nicht rein? Oder fehlt ihm – genau wie so vielen anderen – das letzte Quäntchen Qualität, um dieses Team wirklich voranzubringen?
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
Eishockey ist nun mal ein Mannschaftssport. Ein Ergebnissport. Und wenn du ein paar Zahnräder austauschst, heißt das nicht automatisch, dass das Uhrwerk plötzlich von 50 auf 100 Prozent springt. Genau das sehen wir jetzt in aller Härte. Einzelteile funktionieren – aber das Gesamtkonstrukt läuft unrund, stottert, blockiert sich selbst.
Und trotzdem – trotz allem! – besteht weiterhin ein Hoffnungsschimmer: der geringe Abstand auf den Nichtabstiegsplatz. Aber Hoffnung allein schießt keine Tore und gewinnt keine Spiele.
Wenn wir diesen Platz noch ernsthaft angreifen wollen, dann führt kein Weg an einem Dreipunktsieg gegen Iserlohn vorbei.
Die Roosters haben heute ebenfalls ein 0:4 kassiert. Wenn wir die nicht schlagen – wen dann überhaupt noch?
Verlieren wir dieses Spiel, kann man die Saison im Grunde abhaken. So hart es klingt. Gerade deshalb wird der kommende Heimspiel-Mittwoch zu einem Schlüsselspiel, zu einem Abstiegs-Knockout, zu einem Abend, der entscheidet, ob wir noch leben oder bereits fallen.
Die Frage, ob Trainer- oder Sportdirektor-Wechsel etwas bringen würden, gehört ins Reich der Spekulation. Wahrscheinlich würde es das Team nicht automatisch besser machen. Die strukturellen Probleme bleiben bestehen. Vielleicht wäre eine Änderung des Spielsystems ein Hebel – vielleicht auch nicht. Niemand weiß es sicher. Aber irgendwie muss jetzt etwas passieren.
Noch liegen viele Punkte auf dem Tisch. Theoretisch ist alles möglich. Praktisch aber nähert sich unser Hoffnungskonto langsam dem Dispo. Die Ergebnisse sprechen eine brutale Sprache, und mit jedem torlosen Auftritt schrumpft der Glaube an eine Wendung.
Doch wir wären keine Eislöwen-Fans, wenn wir nicht trotzdem festhalten würden – an diesem kleinen Rest Hoffnung, so dünn er auch sein mag.
Denn solange mathematisch noch etwas geht, lassen wir die Jungs nicht fallen.
Aber am Mittwoch zählt: keine Ausreden mehr. Nur drei Punkte.
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